Teller statt Tonne II
“Teller statt Tonne” heißt es diesen Samstag auch in Stuttgart.
Wie bei der Auftaktveranstaltung in Berlin, wird auch hier Lebensmittelverschwendung der Kampf angesagt. An langen Tafeln diskutieren die Teilnehmer Themen wie die Wertschätzung von Lebensmitteln, globale Ernährungsgerechtigkeit, den Klimawandel und persönliche Konsumgewohnheiten.
Auf den Tisch kommt leckerstes Essen, von vielen Helfern direkt auf dem Platz zubereitet – aus Lebensmitteln, die wegen ihrer „falschen“ Größe oder kleinen Mängeln nicht den Normen des Markts entsprechen. Zu trinken gibt es LemonAid Maracuja, aus einer Produktion mit zu viel Fruchtfleisch.
Um 12:00 Uhr geht es auf dem Schlossplatz los. Teilnehmer sind u.a. Carlo Petrini, Präsident von Slow Food International, Valentin Thurn, Filmemacher von “Taste the Waste”, Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf und viele mehr.
Wie sehen uns um 12:00 Uhr!
Ein paar Bilder aus Berlin:
Viele Helfer kamen letzten Samstag schon frühmorgens ans Reichstagsufer. Sie zeigten, dass “nicht normgerechte” Lebensmittel kein Müll sind.
Auch wir waren da. Kiste um Kiste, Flasche um Flasche leerte sich der Transporter. Viele Fragen wurden beantwortet. Und bewiesen, dass leckerer Geschmack auch ohne perfektes Aussehen möglich ist.
Die Helfer schälten, schnitten und zupften.
Carlo Petrini, Präsident von Slow Food International. Er probierte, was – zumindest in der westlichen Welt – normalerweise nicht auf dem Tisch landet.
Nach dem Schneiden kam das Kochen. Unter leidenschaftlicher Anleitung von Wam Kat, dem legendären Kochaktivisten und “Demo-Koch” aus Holland.
Viele Passanten reihten sich in die Schlangen vor den Kochtöpfen ein. Und setzten sich so mit dem Thema Lebensmittelverschwendung auseinander.
Mit vollem Teller und leckeren Getränken hörte es sich besser zu. Sachlichen Diskussionen, flammenden Plädoyers und kritischen Nachfragen.
Auch wir hatten im Gespräch mit Taste the Waste-Filmemacher Valentin Thurn etwas zu erzählen*. Nämlich wie Trinken helfen kann, warum zuviel Fruchtfleisch lecker ist und was wir tun, um Müll zu reduzieren.
Fotos: © Ole Ekhoff
Kurz: Es war eine sehr interessante und verdammt notwendige Veranstaltung!
*Wenn auch wir nicht abschließend klären konnten, wie Zwiebeln dauerhaft gelagert werden können. Das müsste die hartnäckige Nachfragerin aus dem Publikum selber noch mal recherchieren.