Amtlich unterzuckert – schon wieder!

Es war ein „Zuckerschock“ für uns: Letztes Jahr wollte der Verbraucherschutz unseren Drinks verbieten, Limonade zu heißen – da sie angeblich „zu wenig Zucker“ enthalten! Die Folge war breiter gesellschaftlicher Widerstand gegen die zugrundeliegende unsinnige Richtlinie – und es sah aus, als würde die Politik sich bewegen. Doch jetzt gab’s wieder Post vom Amt!

Unseren Bio-Limos, die mit jeder Flasche Sozialprojekte finanzieren, droht schon wieder die Verbannung aus Cafés und Supermarktregalen. Diesmal wirft das Amt für Verbraucherschutz der Stadt Bonn uns vor, dass Lemonaid Maracuja weniger als die in den sogenannten Leitsätzen für Erfrischungsgetränke für Limonaden vorgeschriebenen „mindestens 7 Gewichtsprozent“ Zucker enthält – unglaublich.

Die Richtlinie ist ganz im Sinne der konventionellen Lebensmittelindustrie – und steht im krassen Gegensatz zu unzähligen guten Vorsätzen der Politik, wie in der damals mit viel Presserummel von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner verabschiedeten „Nationalen Strategie zur Reduktion von Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten“.

Es war deshalb kein Wunder, dass die Abmahnung letztes Jahr starken gesellschaftlichen Gegenwind erzeugte – und auch die Politik schien sich zu bewegen. Die damalige Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) kündigte an, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, „dass die Leitsätze für Lebensmittel hinsichtlich möglicher gesundheitsschädlicher Mindestgehalte überprüft werden“. Lebensmittel mit wenig Zucker sollten nicht bestraft werden, „sondern der Normalfall sein“.

Passiert ist ganz offensichtlich nichts. So steht unser kleiner „Saftladen“ schon wieder vor Problemen – weil wir seit Gründung genau das machen, was die Politik eigentlich unterstützen sollte: natürliche Bio-Lebensmittel aus fairem Handel, mit einem guten Zweck und wenig Zucker. Auf diese Weise haben wir über 50 Millionen Würfel, also 160.000 Kilogramm, weniger Zucker verbraucht, als der Staat erlaubt.

Wir wollen auch diesmal nicht kampflos akzeptieren, dass wir mehr Zucker in unsere Drinks geben müssten, um weiter „Limonade“ zu heißen. Dieses Jahr haben wir Getränke auf den Markt gebracht, die sogar ganz ohne Fruchtzucker und auch ohne jede Süßstoffe auskommen. Und unsere Gründer Paul und Felix werden Julia Klöckner am 16.09.2020 ein „Denk mal“ aus Zucker setzen – mit ihrem Antlitz. Vor dem Ernährungsministerium in Berlin werden sie es aufstellen – und bei Klöckner klingeln, um sie auf eine Limo zur Einweihung einzuladen.

Paul: „Bei jeder Flasche Lemonaid gilt: Trinken hilft. Julia Klöckner hilft die Flasche hoffentlich, zu verstehen, dass eine richtig gute Limo nicht viel Zucker braucht.“ Dann könnten wir den Text an der Statue doch noch ändern. In: „Julia Klöckner – Kämpferin gegen zu viel Zucker in Lebensmitteln.“

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