Ökologische Agrarschule San Juan.
Dieser Eintrag wurde geschrieben am 5 Januar, 2014 in Projekte.

Daten & Fakten

– Paraguay, San Juan
– Start 2014 bis heute
Projektpartner in Deutschland: Pro Paraguay Initative
Leiter Hermann Schmitz
Projektpartner in Paraguay: Ökologische Landwirtschaftsschule „San Juan“
Unterstützender Projektpartner in Paraguay: CCDA Ausbildungszentrum für ländliche Entwicklung

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Historie & Geographie

Die Schule liegt rund 130 Kilometer nördlich der paraguayischen Hauptstadt Asunción. Der Name der Schule: „Escuela Agroecológica ‚San Juan‘ de Reinga Marecos“. 1993 gelang es rund 500 Bauernfamilien nach jahrelangem Kampf ein Stück eigenes Land zu besiedeln und seitdem ökologische Landwirtschaft zu betreiben. Die Schule entstand aus dem Wunsch heraus, Alternativen zum herkömmlichen Agroexport zu finden. Die Familien sollen befähigt werden, selbstorganisiert für ihren Lebensunterhalt aufzukommen. In Zusammenarbeit mit der paraguayischen Nichtregierungsorganisation „Centro de Capacitación y Desarrolo Agrícola“ (Ausbildungszentrum für ländliche Entwicklung) und der ProParaguay Initative e.V. konnte 1995 eine Schule aufgebaut werden, in der zurzeit über 80 SchülerInnen das „Landwirtschaftlich-Technologische Abitur“ machen.

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Politischer & Gesellschaftlicher Kontext

Paraguay ist noch vor Bolivien das ärmste Land Südamerikas. Die Besitztümer und der Reichtum sind so ungleich verteilt, wie kaum sonst wo auf der Erde. Rund 2 Prozent besitzen nach Schätzungen mehr als zwei Drittel der Gesamtanbaufläche des Landes. Die Förderung kleinbäuerlicher Strukturen ist besonders in Paraguay eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. Großgrundbesitzer bauen in riesigen Monokulturen Soja an und beschäftigen landlose Saisonarbeiter zu Hungerlöhnen. Trotz des großen Potenzials genug Nahrung für die Bevölkerung zu produzieren, leiden viele der Menschen Hunger. Zudem hat die Ausweitung des Soja-Anbaus bislang rund 900.000 landlose Kleinbauern in die Vororte der Hauptstadt Asunciòn getrieben. Neben den Auswirkungen des Anbaus von genmanipulierten Soja auf die biologische Vielfalt, gefährden diese Entwicklungen letztendlich die gesamte Kultur und das soziale Geflecht des Landes. Der Aufbau der ökologischen Landwirtschaftsschule „San Juan“ ist somit nicht nur eine Einrichtung der Ausbildung, sondern ebenso ein Ort der Bewahrung ihrer Kultur.

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Ziele

Dieser Entwicklung möchte der Lemonaid & ChariTea e.V. Rechnung tragen und sein Engagement in diesem Teil der Welt vertiefen. Die Schule trägt dazu bei, die Traditionen der Kleinbauern zu bewahren und das soziale und kulturelle Leben der kleinen Gemeinde zu stärken. Neben einer Grundausbildung werden den Jugendlichen praxisnahe Themen vermittelt. Landwirtschaft, Gemüse & Früchte, Saatbeete & Züchtung, Tierhaltung, Unterhalt und Pflege stehen auf dem Stundenplan. Das erlernte Wissen kann im Schulgarten oder der geplanten Ziegen- und Rinderfarm sofort in die Praxis umgesetzt werden. Die Familien sollen befähigt werden, selbstorganisiert für ihren Lebensunterhalt aufzukommen – dies bedeutet vor allem die Rückgewinnung ihrer Ernährungssouveränität.

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Status

Es gibt jedoch auch Probleme: Immer wieder werden der Schule durch die Behörden Steine in den Weg gelegt. Versprochene Straßen wurden nicht gebaut und immer wieder werden die staatlichen Zuschüsse für die Lehrergehälter nicht gezahlt. Die Einkünfte der Schule reichen bei weitem nicht, um die laufenden Kosten zu decken. Jährlich unterstützt der Verein das Projekt und hilft neben Infrastrukturmaßnahmen, die Gehälter der Lehrkräfte zu bezahlen.

 

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